Fachweiterbildung Praxisanleitung im Gesundheitswesen und in der Altenpflege

Der Hintergrund

Im Jahr 2003 sind die Ausbildungsgesetze in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Altenpflege novelliert worden. Seitdem ist die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in der praktischen Ausbildung durch berufspädagogisch qualifizierte Pflegefachkräfte verbindlich festgelegt.

Die neuen Ausbildungsgesetze erweitern die Ausbildungsziele, zu denen jetzt auch gehört, Pflegebedürftige unterstützen, beraten und anleiten zu können sowie das Pflegehandeln auf der Grundlage abgesicherter pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse begründen zu können.

Der Erwerb dieser Fähigkeiten muss besonders auch in der praktischen Ausbildung gefördert werden. Hierzu bedarf es berufspädagogisch geschulter Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, die den neuen Ausbildungszielen gewachsen sind – sowohl pflegefachlich als auch in Bezug auf Anleitungskompetenz.

Praxisanleiter sind es, die an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis die Ver­net­zung berufspraktischer Erfahrungen mit den Themen der theoretischen Ausbildung gestalten.

Die Zielsetzungen

Wissenserneuerung findet heute nicht mehr über den Generationenwechsel am Arbeitsplatz, sondern über lebenslanges Lernen statt!

Lebenslanges Lernen als berufliches Selbstverständnis und individuelle Kompetenz.

Fort- und Weiterbildungsangebote dürfen daher nicht dabei stehen bleiben, begrenzte Qualifizierungsbedarfe kurzfristig abzudecken. Sie müssen gleichzeitig befähigen zu

  • größerem Vertrauen in die eigene Kompetenz, schwierige und neue Themen anzugehen,
  • mehr informierten und begründeten Entscheidungen und Handlungen sowie
  • einem verbesserten Vermögen zur Selbstkorrektur.

Das Konzept

Vor diesem Hintergrund entstand ein Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot für Praxisan­leiter im Gesundheitswesen, das sowohl inhaltlichen An­sprü­chen als auch dem Streben nach innovativen und effektiven Lehrmethoden gerecht wird.

Erreicht wird dies durch das lange erprobte und bewährte Konzept des Problemorientierten Lernens.

Problemorientiertes Lernen

Problemorientiertes Lernen (POL) macht Ernst mit der Einsicht, dass effektive Weiterbildung nicht aus Wissensanhäufung besteht. An die Stelle frontaler Wissensvermittlung ist daher ein Bildungskonzept getreten, dessen Schwerpunkt auf der Befähigung zur Anwendung der erworbenen Kompetenzen liegt. Zentrale Elemente des POL sind:

  1. Das Lernen geht aus von konkreten Problemen bzw. Berufssituationen statt von Unterrichtsfächern. Dies führt zu Wissen, das im beruflichen Alltag auch angewendet werden kann.
  2. Wissen wird nicht von Dozenten präsentiert, sondern zur Problemlösung selbstständig erarbeitet. Dadurch wird es zu für den Lernenden relevan­tem Wissen und als Er­kenntnis gespeichert.
  3. Der Dozent nimmt die Rolle des Lern­be­gleiters ein.

Die Themen der Weiterbildung

Das gesamte Seminar ist in Module gegliedert, die in sich abgeschlossene Lerneinheiten bilden:

  1. Anleitungssituationen vorbereiten (Lernmodelle, Lernvoraussetzungen, Lernziele, Richtlinien etc.)
  2. Anleitungssituationen gestalten (Anleitungsmethoden, Zeitmanagement, Lernprozessgestaltung etc.)
  3. Pflegerisches Handeln reflektieren und aktualisieren (Theorie und Praxis, Pflegefor­schungs­er­gebnisse in Pflegepraxis und Praxisanleitung umsetzen, professionelles Pflegeverständnis etc.)
  4. Die Lernenden beurteilen (Beurteilungskriterien, Feedbackgespräche, Prüfungsgestaltung etc.)
  5. Kommunikation und Haltung reflektieren (Werte und Normen beim Anleitungsprozess, Menschenbild, Rollen, Kommunikation etc.)
  6. Lernaufgaben begleiten (Selbstgesteuertes Lernen; Auswahl, Durchführung und Auswertung von Lernaufgaben gemeinsam mit der Ausbildungsstätte etc.)
  7. Praktische Ausbildung mitgestalten (Konzeptentwicklung, Kompetenzbereiche, rechtliche Grundlagen, Qualitätsentwicklung etc.)

Das Abschlusszertifikat

Die institutsinterne Prüfung entspricht den gesetzlichen Vorgaben und besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Nach Bestehen aller Prüfungsteile wird eine Weiterbildungsurkunde ausgestellt, die Grundlage des staatlich anerkannten Zertifikats ist. Abschluss: Staatlich anerkannter Praxisanleiter bzw. Praxisanleiterin im Gesundheitswesen.

 

Die Seminarorganisation

Dauer: 18.06.2012 - 17.12.2012

Präsenztermine:

18.06. - 22.06.2012, 13.08. - 16.08.2012, 24.09. - 28.09.2012, 22.10. - 26.10.2012, 12.11. - 15.11.2012, 03.12. - 06.12.2012

17.12.2012 mündliche Prüfung

Änderungen vorbehalten!

Unterrichtsstunden insgesamt: 224 Stunden

Kursgebühr: 948 Euro
(bei Mehrfachmeldungen ab 2 Personen ist ein Preisnachlass nach Rücksprache möglich)

Kurs-Nummer: 21016 

Diese Bildungsmaßnahme führen wir auch als Inhouse-Schulung mit bis zu 20 Teilnehmern durch (Preise nach Rücksprache).

Zugangsvoraussetzungen: Erfolgreich abgeschlossene dreijährige pflegerische Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre Berufserfahrung,

Anmeldung: Bitte nutzen Sie zur Anmeldung dieses Formular. Auf der Rückseite finden Sie auch die Teilnahmebedingungen. Bitte fügen Sie direkt bei der Anmeldung die Urkunde über Ihren Berufsabschluss bei.

Die Kursleitung

Bernd Sturm
Staatl. anerkannter Praxisanleiter im Gesundheitswesen
Lehrer für Berufe im Gesundheitswesen
Telefon 02631 94681-22

Qualitätsmanagement

Unser QM-System ist nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.